Marc Fréchet

Übersetzung aus dem Französischen

Klinischer Psychologe
Vormaliger Beratungsassistent für
medizinische und psychologische Onkologie

Betr.: Zeugenaussage

Hohes Gericht,

ich bin mir bewußt, dass diese Aussage vor diesem Gericht verwertet werden kann. Ich bin mir bewußt und akzeptiere eventuelle Konsequenzen aus der nachfolgenden Aussage gegenüber Ihrer Rechtsprechung.

Seit 1978 praktiziere ich als freier Klinischer Psychologe. Während neun Jahren habe ich in der Klinik Paul Brousse in Villejuif auf dem Gebiet der medizinischen Onkologie praktiziert und dies in direkter Zusammenarbeit mit Prof. G. MATHE. Die Finanzierung erfolgte durch die Association Claude Bernard. Meine Tätigkeiten waren wie folgt:

  • Jeden Donnerstag war ich ganztägig mit Konsultationen beschäftigt. Personen, die mich konsultierten, waren im wesentlichen mit somatischen Symptomen belastet, die sich in Blutkrankheiten oder Tumoren darstellten. Alle diese Patienten wurden mir von den behandelnden Ärzten der Klinik überwiesen. Währen dieser neun Jahre haben mich ca. 1000 Personen konsultiert. Unter diesen Patienten waren sowohl Erwachsene, als auch Kinder. Als klar war, dass ich die Klinik verlassen würde, habe ich im letzten Jahr keine neuen Patienten mehr angenommen.
  • Außerhalb der Konsultationszeiten war ich in meinem Tätigkeitsbereich, in der Forschung, tätig. Diese Forschung bestand in der Überprüfung von Aussagen zahlreicher Personen, bezüglich der psychologischen Seite von Krebsleiden. Der Grund für diese Überprüfung war folgende: Konfrontiert mit ihrer Verzweiflung bzw. ihren Depressionen und ihrer Suche nach einer wunderbaren und sofortigen Behandlung habe ich sie begleitet einen inneren Sinn ihrer Krankheit zu finden anstatt Lösungen von außen anzustreben.

Ich habe sie dazu angeleitet, dass sie gegenüber ihrem Leiden ihre täglich erlebten größeren Probleme identifizieren, um dagegen eine alternative Rolle einzunehmen.

Da sich mein Kenntnisbereich nicht in der Medizin befindet, wurden die Patienten angehalten, mich über ihre Symptome, Beschwerden und der positiv oder negativ erlebten Konsequenzen zu informieren. Nachdem mit diesen Personen der Bestand ihrer verschiedenen Schicksalsschläge aufgenommen wurde, haben wir gewisse generelle Ursachen identifiziert. Wenn diese Resultate zur Veröffentlichung vorgesehen hätten werden sollen, wäre man zum Schluß gekommen, daß alle Personen, die solche psychischen Probleme erlebt haben, mit höchster Wahrscheinlichkeit früher oder später in ihrem Leben einen organischen Schaden erlitten hätten.

Unser permanentes Suchen im Zuge dieser Arbeit war so präzise wie möglich das psychische Empfinden im Zusammenhang mit den organischen Symptomen zu identifizieren. Um nur ein Beispiel zu nennen: Im Zusammenhang mit Brustkrebs konnten fünf Problemfelder identifiziert werden.

Meine Meinung nach erwähnt Dr. Hamer so viele Sorten wie wir auch gefunden haben. Medizinisch habe ich durch meine Tätigkeit in Villejuif die biologische Identifikation des Brustkrebses erarbeitet. Die Methode von Dr. Hamer hat mir erlaubt die gefühlsmäßigen Störungen, die mit dieser somatischen Symptomatologie verknüpft sind, spezifischer zu bestimmen. Wenn man die vorliegenden Altstudien von Frauen und Männer analysiert, so lassen sich die verschiedenen Krebstypen nach den von Dr. Hamer definierten Kategorien einordnen.

Unabhängig der Kenntnis der Arbeit von Dr. Hamer bezüglich der von uns detailliert untersuchten Brustkrebs-Patientinnen, können wir die von Dr. Hamer entwickelte Methode hundertprozentig bestätigen. Unsere Sorge war es die Empfindungen der Patienten bezüglich ihrer Krankheit möglichst exakt und vollständig zu identifizieren. Wenn ich die Resultate unserer psycho-somatische Analyse der Probleme, die von unseren Patienten ausgesprochen werden, Dr. Hamer vorlegen würde, wäre er in der Lage den psychischen Problemfeldern exakt die Pathologie der Patienten zuzuordnen.

Als ehemaliger praktischer Mitarbeiter des Hospitals habe ich 3 verschiedene Gruppen von Patienten betreut:

Gruppe A. bestehend aus 380 Personen (41,38%), die die medizinische Behandlung erhielten, 
Gruppe B. bestehend aus 215 Personen (26,70%), die die medizinische Behandlung entscheidend ablehnten und 
Gruppe C. bestehend aus 312 Personen (33,0 %), die nur einmal zur Konsultation erschienen sind.

Egal welcher medizinischen Therapie die Patienten folgten oder nicht, kann ich nur bestätigen, das ein intimes Verstehen der biologischen und psychischen Mechanismen, die mit den medizinischen Symptomen verbunden sind, immer zu einer Verbesserung der Situation des Patienten geführt hat. Vielen von ihnen geht es bis heute gut. Ihr Leben hat an Qualität und inneren Frieden gewonnen.

Rückblickend auf die sechsjährigen Untersuchungen in Villejuif haben bis zum 29. Juni 1994 von 604 Personen 265 überlebt d.h. 47,18 %. 
Von diesen Überlebenden gehörten 102 d.h. 28.22% der Gruppe A und 183, d.h. 85.11% der Gruppe B an. Die Patienten der Gruppe A habe ich gemäß ihren Wünschen, im Mittel 8 Stunden pro Person betreut. Die Patienten der Gruppe B hatten ein Anrecht auf mindestens 40 Stunden pro Person. Beide Gruppen hatten die Möglichkeit uns auch außerhalb der Konsultationen, telefonisch zu kontaktieren.

Zusammenfassend möchte ich feststellen, daß die meisten der verstorbenen Patienten an ihrer Angst, aufgrund biologischer Müdigkeit und ihrer gefühlsmäßigen Isolation gestorben sind, an den gleichen Ursachen, die auch zu ihrer Krankheit geführt haben.

Mit diesen kurzen Ausführungen hoffe ich Ihnen, Hohes Gericht einen kleinen Einblick verschafft zu haben in den Reichtum, den die Beschäftigung mit den Erkenntnissen und Ergebnissen von Dr. Hamer mit sich bringt. Ich wünschte mir an seiner Seite tätig sein zu können.

Marc Fréchet

ARCHIV - 1997
20.08. - Überprüfung, Marc Fréchet
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