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Dr.Dr.Erich Schott an Dr.Hamer-Juni 2016

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Dr. Dr. Erich Schott
Facharzt für Psychotherapeutische Medizin/Homöopathie – Praxisklinik
Psychologischer Psychotherapeut/ Dipl. Psych., Klinischer Psychologe (BDP) 

Bahnhofstr. 1
87509 Immenstadt
Tel.  08323/9696012
Fax: 08323/ 9696013

 

   
  12.6.16

Anwaltskanzlei Koch
Joachim I. Koch
Grundthalplatz 13
19053 Schwerin

 

 

meine Gedanken / meine Meinung

zum Antrag auf Wiedererteilung der Approbation für Dr. Ryke Geerd Hamer

und zu den Ausführungen von Dr. Elies

 

Sehr geehrter Herr Koch!

Seit vielen Jahren verfolge ich aufmerksam die Vorgänge um Dr. Hamer. Das von der Landesärztekammer Hessen beauftragte Gutachten von Dr. Elies ist für mich der Anlass zu folgender „Stellungnahme“ mit der Bitte um Überprüfung der rechtlichen Korrektheit und der evtl. Übermittlung an das hessische Landesprüfungsamt.

Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie meinem Wunsch entsprechen würden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dr. Erich Schott

 


 

Dr. Dr. Erich Schott
Facharzt für Psychotherapeutische Medizin/Homöopathie – Praxisklinik
Psychologischer Psychotherapeut/ Dipl. Psych., Klinischer Psychologe (BDP) 

Bahnhofstr. 1
87509 Immenstadt
Tel.  08323/9696012
Fax: 08323/ 9696013

 

   
  11.6.16

BETREFF:
Antrag auf Wiedererteilung der Approbation für Dr. Ryke Geerd Hamer

BEZUG:
Gutachterliche Stellungnahme von Herrn Dr. med. Michael K.H. Elies vom 25.03.2016

Sehr geehrte Damen und Herren vom Hessischen Landesprüfungsamt!

Ich bin mit 75 Jahren Arzt im Ruhestand. Als langjähriger Beobachter der Vorgänge um Dr. Hamer – ohne dass ich je in persönlichem Kontakt mit ihm stand – habe ich von dem obig genannten Antrag erfahren. Sie werden sich fragen: Wie komme ich dazu, mich als Außenstehender dazu äußern zu wollen? Ich hoffe, dass Ihnen dies durch meine Ausführungen verständlich wird.

1.

Unaufgefordert, nur meinem Wissen und Gewissen verantwortlich, möchte ich Stellung nehmen, insbesondere zu dem von der Ärztekammer eingeholten Gutachten des Kollegen Dr. Elies.

Dr. Elies hat Ausführungen zum „Etabliertsein“ der Erkenntnisse on Dr. Hamer gemacht, die mir ergänzungsbedürftig erscheinen:

  • Dr. Elies setzt sich als Medizinhistoriker nicht mit der Geschichte von Dr. Hamer,
  • ebenso nicht mit seinen Entdeckungen und
  • nicht mit der beispiellosen Verfolgung aufgrund seiner Entdeckungen auseinander.

Nur auf diesem Hintergrund kann man Dr. Hamer gerecht werden.

2.

Ich bin Facharzt für Psychotherapie und Homöopathie. Zusammen mit meiner Frau – ebenfalls Psychotherapeutin – betrieb ich seit 1978 eine gemeinsame Praxis mit Privatpatienten, jetzt in der Auslaufphase. Ich verdanke der Beschäftigung mit Dr. Hamers Erkenntnissen die Einsicht, dass der eigene Umgang mit Krebspatienten – mehr noch mein Verständnis von Krankheit überhaupt – sehr korrekturbedürftig war.

Mein damaliges Unbehagen kulminierte, als zu mir vor 35 Jahren ein junger Medizinstudent in den Anfangssemestern geschickt wurde, dessen Diagnose Lymphdrüsenkrebs (Mb. Hodgkin) war. Er hatte schon einige schulmedizinische Therapiephasen hinter sich und einen großen Widerwillen gegen die weitere Behandlung mit Chemotherapie und Bestrahlung aufgebaut. Ich sollte ihn „psychotherapeutisch“ in die Lage versetzen, die Therapie bis zum Ende fortzusetzen. Das ist mir leider gelungen. Das Ergebnis war, dass dieser junge Mensch, den ich ins Herz geschlossen hatte, bei der nächsten Behandlungsphase an „Nierenversagen“ verstarb. Meine Erschütterung wuchs, als ich die Entdeckungen von Dr. Hamer zur Kenntnis nahm. Meine Schuld war, dass ich damals noch tatsächlich glaubte, es gäbe eine geringe Zahl von Krankheiten, die etwas mit der Psyche zu tun haben und eine Mehrzahl von anderen Krankheiten , die nicht als psychosomatisch gelten, darunter eben die Krebserkrankung. Diese – als der schulmedizinische Inbegriff von unberechenbarem Chaos und Destruktion – schien eine Behandlung zu rechtfertigen, bei der sozusagen der Teufel mit dem Belzebub ausgetrieben wird; eine Behandlung, die dem Eid des Hippokrates (nihil nocere, kein gift dem Patienten) fundamental gegenläufig ist. Ich hatte schon in meiner internistischen Medizinalassistentenzeit die – Gott sei Dank – nur wenige Monate währte, feststellen müssen, wie schlecht es den Krebspatienten bei der angewandten Therapie erging. In meiner Beobachtungszeit schien mir die Therapie das größere Übel zu sein als die Erkrankung. Erst die Erfahrung mit meinem Medizinstudenten hat mir endlich meine eigene Verantwortung vor Augen geführt: Ich hatte einen Menschen im Stich gelassen, dessen Therapieabwehr ja eine deutliche Sprache aufzeigte. Er wollte eigentlich weg von dieser Therapie und suchte etwas anderes. Das Nierenversagen stand im Zusammenhang mit einem total allein gelassen sein. Nicht mal der Psychotherapeut, zu dem er vertrauensvoll ging, hatte seine eigentliche Not erkannt.

Mein junger Patient lebt nicht mehr. Ich kann das Geschehen nicht mehr rückgängig machen. Aber ich kann das, was ich daraus – insbesondere mit Dr. Hamers Hilfe – gelernt habe: eine grundlegend neue Einstellung zum Thema Krankheit überhaupt einzunehmen und versuchen, dementsprechend zu praktizieren. Vielleicht ist es ein Trost für meinen damaligen Patienten, dass er nicht umsonst gestorben ist, sondern durch sein Leiden und seinen Tod mir einen Anstoß geliefert hat, über eine humanere Medizin nachzudenken.

3.

Nachdem die Tragödie und das ganze Trauerspiel um Dr. Hamer nun schon über 30 Jahre währt, sind Sie – verehrte Damen und Herren – u.U. völlig überfordert, jetzt nach Aktenlage über Dr. Hamers Antrag zu entscheiden. Vielleicht sind meine Beobachtungen und Erfahrungen Ihnen dabei eine Hilfe.

Wie gesagt, verfolge ich seit vielen Jahren aufmerksam dieses unglaubliche Geschehen und bin immer wieder entsetzt über das Verhalten der Standesorganisationen und der Medien. Obwohl ich auch jetzt infolge der bisher regelmäßigen Ablehnungen der Approbationsgesuche skeptisch sein muss, hoffe ich dennoch, dass diesmal – unter Ihrer Mitwirkung und Verantwortung – das Landesprüfungsamt zu einem positiven Bescheid kommt. Meines Wissens beträgt die längste gesetzlich vorgesehene Zeitspanne für einen Entzug der Approbation maximal 10 Jahre, die hier dreifach überschritten ist. Ich weiß, dass auf Ihren Schultern als Juristen eine große Verantwortung lastet. Mächtige Institutionen und Verbände wirken wohl zur Wahrung Ihrer Eigeninteressen im gewohnten Sinne auf Sie ein und erwarten wieder eine Ablehnung. Aber es gibt im Leben nur wenige Situationen, bei denen man an einer Entscheidung mitwirkt, die von historischer Bedeutung ist. Hier zeigt es sich, ob man aus eigenem Gewissen und freier Überzeugung und aus Humanität handelt, oder man sich – scheinbar die Hände in Unschuld waschend – zum Handlanger von Interessen macht, die nicht primär der Menschlichkeit dienen. Ich verkenne nicht, dass Ihre Aufgabe als Juristen, hier einem großartigen Menschen endlich zu seinem Recht zu verhelfen, sehr schwierig ist, vor allem, wenn der auf Sie ausgeübte Druck evtl. existentielle Ausmaße annimmt.

4.

Bitte haben Sie jetzt etwas Geduld angesichts des Gewichts Ihrer Entscheidung und nehmen Sie sich die Zeit, was ich Ihnen als alternder Mensch und Arzt mit einer gewissen Erfahrung und Einsicht schreibe, auf sich wirken zu lassen.

Ich habe Herrn Dr. Hamer anfangs der 80er Jahre bei einem seiner Vorträge in der Nähe von Ulm erlebt. Die Umstände waren seltsam. Als ich mit dem Pkw auf dem Parkplatz ankam, kontrollierte die Polizei sämtliche Teilnehmer. Ich musste meinen Personalausweis aushändigen und zusehen, wie meine Personalien notiert und per Telefon weitergegeben wurden. Im Vortragsraum angekommen, sprach Dr. Hamer gerade von seinem neuesten Erlebnis mit Medien: In einer Sendung wurde an seiner Stelle ein Double interviewt. Mit völlig blödsinnigen Antworten sollte Dr. Hamer ins Lächerliche gezogen werden. Sein inhaltlicher Vortrag war für mich  hoch engagiert, elektrisierend, voller aufregender neuer Erkenntnisse, weit über das hinausgehend, was ich bisher im Psychologiestudium, im anschließenden Medizinstudium und in der Psychotherapieausbildung über leib-seelische Zusammenhänge erfahren und lernen konnte. Es war mir klar, dass Dr. Hamer mit seinen Entdeckungen einen „Paradigmenwechsel“ (Kuhn) einleitete, der vermutlich und erfahrungsgemäß auf große Widerstände stoßen würde und erst nach langer Zeit sich als Wahrheit wird durchsetzen können.

Ich selbst habe – kaum vergleichbar – schon erhebliche Widerstände geerntet, als ich in den 70er Jahren nach meinem Psychologiestudium an der medizinisch-naturwissenschaftlichen Reformuniversität Ulm zusammen mit meiner Frau den Medizinunterricht im Rahmen der neu geschaffenen Hochschuldidaktik erforschte. Als sozialwissenschaftlich geschulter „teilnehmender Beobachter“ durchlief ich das Medizinstudium von Anfang bis zu Ende mit allen Lehrveranstaltungen und Prüfungen als regulär eingeschriebener Student. Meine Aufgabe bestand in der Erhebung von Unterrichts- und Prüfungskritiken durch Befragung der Kommilitonen und Formulierung eigener Eindrücke und der regelmäßigen Rückmeldung der Ergebnisse an die Unterrichtskommission. Auftragsgemäß veranstaltete meine Frau interdisziplinäre Konferenzen, um die verschiedenen Fachvertreter an einen Tisch zu bekommen, mit dem Ziel, Unterricht gemeinsam patienten- und themenzentriert zu organisieren. Ein weiterer zentraler Aspekt war die Erforschung der medizinischen Doktorarbeit in Ihrer wissenschaftliches Verhalten einübenden Funktion.

Die Verfolgung dieser Ziele hat erhebliche Widerstände ausgelöst: Sieben Kündigungen, die vor Gericht zu bestehen waren, wurden angestrengt, um das Projekt wieder einzustellen, bis schließlich die ganze Hochschuldidaktikeinrichtung durch Betreiben von einflussreichen Professoren per Kultusministerbeschluss aufgelöst wurde. Konsequenz: Veränderungsimpulse werden in einem defensiven und selbstgerechten System nur schwer toleriert.

5.

Man kann nicht annehmen, dass Sie als Juristen vom Landesprüfungsamt sich mit der medizinischen Sozialisation auskennen. Damit Sie sich überhaupt ein Bild machen können von der typischen professionellen Mentalität von Ärzten und Medizinprofessoren möchte ich kurz einige Erkenntnisse aus unserer 10-jährigen Forschung zur Ausbildung einer medizinischen Hochschule etwas holzschnittartig vereinfacht wiedergeben, wobei löbliche Ausnahmen ja nicht ausgeschlossen sind. Das erscheint mir notwendig, weil nur daraus erkennbar und nachvollziehbar wird, welche verschiedenen Welten zusammengestoßen sind, als Dr. Hamer seine Forschung an Patienten durchführte und publizierte.

Ein angehender Arzt am Ende seines langjährigen Studiums hat nur wenig fundiertes Selbstbewusstsein im Umgang mit Patienten, was im folgenden verdeutlicht wird: Auch der typische Medizinprofessor – sein Lehrer im Studium – hat ein angegriffenes Selbstwertbewusstsein. Seine Funktion als Lehrer ist von vergleichsweise geringer Bedeutung für seine Hochschulkarriere. So ist er als Lehrer ein Autodidakt, häufig mehr schlecht als recht. Er pocht umso mehr auf Autorität, je weniger er der Kritik fähig ist. Er vertritt ein Fach, auf das er spezialisiert ist und in dem er Mühe hat, sich den Überblick zu bewahren. Er ist in der Regel Einzelkämpfer und versucht vor allem, sein Revier zu verteidigen. Anstöße in Richtung eines integrativen Unterrichts, der themen- und patientenausgerichtet wäre, werden deshalb von ihm unterlaufen. Er weiß, dass seine „Wissenschaft“ i.d.R. nicht in erster Linie dem Kranken und dessen Gesundheit dient. Die Einführung in wissenschaftliches Verhalten in Form einer „Doktorarbeit“ vollzieht sich im Rahmen des Studiums, das ziemlich verschult ist und wo eigenständiges Denken wenig Platz hat. Das Thema der wissenschaftlichen Arbeit ist selten intrinsisch motiviert (aus eigenem Interesse oder Antrieb heraus gefunden und entwickelt), sondern ergibt sich häufig durch Teilnahme an Drittmittel-finanzierten „Studien“, an denen schon sich habilitierende Assistenten tätig sind. Diese müssen ihre Habilitation innerhalb von wenigen Jahren abgeschlossen haben, weil sie sonst keine Aussicht auf einen begehrten dauerhaften Posten an der Universität haben. Es gilt „publish or perish“ (publiziere oder gehe zugrunde). Karriereförderlich sind Themen aus der sog. Grundlagenforschung – meist im Dienste der Pharmaindustrie -, die sich in der Tierversuchsanstalt und im Labor abspielt. Häufig geht es darum, wieder einem neuen Medikament durch statistische Vergleichsstudien eine noch so schwache statistische Signifikanz zu sichern. Doktoranden und Habilitanden wissen, dass die Übertragbarkeit der Studienergebnisse vom gequälten Tier auf den Menschen sehr fragwürdig ist. Aber der Institutsleiter bezieht Geld und Macht aus solchen Projekten, die möglichst auch passende Ergebnisse liefern müssen. Da kann es schon mal vorkommen, dass Daten und Ergebnisse entsprechend frisiert werden.

6.

Die uns von einzelnen Doktoranden vertrauensvoll gegebenen Hinweise auf Datenmanipulationen wurden Jahre später in gigantischer Weise bestätigt durch die von der Task Force F.H. aufgedeckten gefälschten Krebsforschungsstudien skandalösen Ausmaßes, in denen u.a. zwei Ulmer Medizinprofessoren im Mittelpunkt standen. Mit betroffen war insbesondere auch das Klinikum der Universität Freiburg. Von ca. 300 analysierten Veröffentlichungen des Ulmer Starforschers Prof. Herrmann waren mehr als die Hälfte entweder direkt „fälschungsbehaftet“ oder bestand schließlich ein „konkreter Verdacht auf Fälschung“ oder es blieb nach der Untersuchung „der Anfangsverdacht auf Fälschung bestehen“. Die genaue Analyse des gesamten Umfangs von Fälschungen auch in anderen Fällen steht m.E. leider immer noch aus, weil die im Abschlussbericht der Task Force vom Jahr 2000 genannten 22 Anlagen noch nicht veröffentlicht wurden, weil die Zweifelsfragen in Bezug auf andere Autoren noch nicht geklärt sind. Das kann u.U. noch lange dauern. Die Task Force F.H. Kommission ist eine Arbeitsgruppe, die sich u. a. aus der Deutschen Krebshilfe und der Deutschen Forschungsgemeinschaft rekrutiert, die durch mangelnde Kontrolle selbst zu dieser Katastrophe der Deutschen Krebsforschung beigetragen haben.

7.

Unter dem Einfluss von Studien, die sich immer mehr auf Details konzentrieren, wird verständlich, dass die medizinische Wissenschaft eine Vielzahl von Hypothesen schafft, deren empirische Überprüfung aus wissenschaftstheoretischer Sicht fragwürdig bleibt. Mit dem Jonglieren von Statistiken befasst, hat der typische Medizinforscher gar nicht die Erwartung, er könnte bei seinen Forschungen je auf ein Naturgesetz stoßen, das für alle Fälle ohne Ausnahme gilt. Die Forderung nach Reproduzierbarkeit von Erkenntnissen an jedem x-beliebigen Patienten liegt weit außerhalb seines Erfahrungshorizonts.

Für den angehenden Arzt außerhalb der Hochschule – den späteren Allgemeinpraktiker oder angehenden Facharzt – ist die Einführung in die Wissenschaft über die Doktorarbeit überwiegend ein reiner Zeitverlust, wenn nicht gar mit einem Gefühl der Ausbeutung verbunden. Aber je mehr er Zweifel am wissenschaftlichen oder praktischen Wert seiner Doktorarbeit hatte, umso mehr glaubt er paradoxerweise, dass der Doktortitel in der Beziehung zum Patienten eine Vertrauensbasis darstellt. Damit baut er sich jedoch einen Schein auf.

Er weiß genau, dass er im Studium – außer als angehender Chirurg oder Anästhesist – kaum etwas gelernt hat, was ihm bei der Behandlung von Patienten hilft und was diesen wirklich hilft. Die Suche nach leib-seelischen Zusammenhängen und Hintergründen für eine Erkrankung im gemeinsamen Gespräch hat er in der Regel nicht gelernt, weil das vorherrschende theoretische Konzept im Kern mechanistisch, lokalistisch und symptombezogen ist. Da er – wie ich aus eigener Erfahrung weiß – weder von moderner Physik noch von moderner Biologie eine Ahnung hat, ist ihm die Vorstellung eines Organismus als informationsgesteuertes, selbstregulatives, energetisches System fremd. Seele wird dabei sowieso als Störfaktor erlebt. Er hat in einem theorielastigen, in Fächer aufgeteiltem Studium das Einüben von einfühlsamen Gesprächen mit Patienten, die ohnehin nur selten im Mittelpunkt stehen, nicht gelernt, geschweige denn in einem gemeinsamen Suchprozess seelische Krankheitsursachen zu finden. Viel mehr ist er geprägt durch den Umgang mit der Leiche im Präparierkurs, im Rahmen der Anatomie und Pathologie, deren Bedeutung in rigorosen Prüfungen besonders unterstrichen wird. Das färbt ab auf den späteren Umgang mit Patienten, die aus Unsicherheit tendenziell emotionslos und versachlicht wie Objekte behandelt werden. Weit davon entfernt, die immer wieder neue von Pharmavertretern angebotenen Medikamente in ihren Wirksubstanzen und –mechanismen zu durchschauen, wird er immer abhängiger in der Verschreibung von symptombezogenen Arzneien von dem Werbematerial der Pharmaindustrie, ohne diese auf nachteilige Nebenwirkungen kritisch hinterfragen zu können. Dabei ist der Griff zum Rezeptblock die häufige Notbremse in einem 5-Minutenkontakt, um sich einem intensiven Patientengespräch nicht weiter ausliefern zu müssen.

8.

Kein Wunder, dass die Bilanz einer solchen Ausbildung von Ärzten im großen Ganzen sehr ineffektiv ist, was sich vor dem Auftritt von Dr. Hamer auch eindeutig in der kritischen Presse spiegelte. In dem Spiegelartikel „Begrabene Illusionen – Erfolge und Misserfolge der Medizin III“ (Nr. 36 / 1980) heißt es: „In der Tat sieht die Bilanz des medizinisch-industriellen Komplexes traurig aus. Gegen die gefährlichsten und weit verbreitesten Volkskrankheiten – Arzt intern‘ die bösen Sieben‘ genannt – ist die Heilkunde machtlos… Seit 25 Jahren gibt es keinen Behandlungsfortschritt bei Krebs,… Krebs, Herzinfarkt, Leberzirrhose, Bronchitis, Rheuma, Hochdruck und Altersleiden – die bösen Sieben – nehmen in der amtlichen Statistik von Jahr zu Jahr einen breiteren Raum ein, doch Rückwirkung auf den Alltag der Medizin hat das bisher kaum gehabt. Hartnäckig verleugnen die offiziellen Standesvertreter der Ärzteschaft, aber auch die Mehrheit der Professoren und Doktoren aus dem dritten Glied das öffentliche Desaster der Medizin.“

Zum Stand der Krebswissenschaft im speziellen hieß es: „Was ist Krebs…? Wir wären viel weiter, wenn wir das endlich wüssten. Eine Virusinfektion? Ein programmierter Fehler im Bauplan der Zelle? Ein Versagen der körpereigenen Abwehrkräfte? Durch tausenderlei Umweltgifte ausgelöst, also Schuld? Vornehmlich ein Alterleiden, also Schicksal? So viele Wissenschaftler, so viele Antworten… Die Überlebensstatistiken beweisen, dass herkömmliche Krebstherapie das bösartige Leiden meist nicht besiegt, sondern dem Patienten nur zum letzten Martyrium seines Lebens verhilft….“

„Ärzte“, schreibt das Medizinerblatt Selecta „bei denen die Diagnose Krebs gestellt wurde, weisen häufig jede Therapie von sich…“
„Mit gutem Grund: Der Verzicht auf radikale Operationen, hochdosierte Strahlentherapie und die Krebszellgifte verlängert häufig nicht nur die Lebenserwartung. Die Kranken fühlen sich auch wohler, sind in ihrer Arbeitsfähigkeit weniger beeinträchtigt und haben keine Ausfallerscheinungen (zitiert nach Selecta)….“
„Doch nur wenige Krebskranke vermögen sich der Intensivbehandlung zu entziehen. Zu groß ist der Sog der leeren Klinikbetten, zu schmal die Grenze zwischen der erforderlichen Diagnostik, die heilbare von unheilbaren Krankheiten trennt und der Sog der Therapie, die bei den meisten Krebsformen nichts bringt.“

Zu diesem Eingeständnis sind die Heilkundigen jedoch weder den betroffenen Patienten gegenüber bereit noch gegenüber der Allgemeinheit, die sie bezahlt. Obwohl seit 25 Jahren auf allen Gebieten der Krebsbekämpfung – Forschung, Vorsorge, Früherkennung, Therapie, Nachsorge – Stillstand herrscht, suggerieren die Experten dem krebsfürchtigen Volk, es gehe voran und die Chancen des Kranken, vom tödlichen Leiden geheilt zu werden, würden immer besser….“

9.

  • Verehrte Damen und Herren vom Landesprüfungsamt, nun müssen Sie sich vorstellen, Vertreter dieser Professionalisierung stoßen auf jemand wie Dr. Hamer; einen Forscher, der
  • seine Erkenntnisse zunächst am eigenen Leib aufgrund eines massiven Traumas – seinen Sohn aufgrund dramatischer Umstände verloren zu haben – entdeckt;
  • diese seine Befindlichkeit ernst nimmt und den sich entwickelnden Hodenkrebs mit seiner seelischen Verfassung in Verbindung bringt.
  • ein Arzt ist, der darüber hinaus eigenständig denkt, Schlussfolgerungen zieht,
  • Hypothesen kreiert und sie – ohne lang zu fragen, ob der Klinikchef damit einverstanden ist oder ob es für diese Forschung auch Gelder gibt,
  • ohne den Weg über Tierversuche zu nehmen,
  • jetzt mit seinen Patienten das Gespräch von Person zu Person sucht, von sich erzählt;
  • seine Patienten, die ebenfalls Krebs entwickelt haben, ermutigt, bei sich nachzuforschen, ob sie ebenfalls ein seelisches Trauma erlebt haben;
  • dadurch fündig wird,
  • weiter forscht und immer mehr Patienten mit anderen Krebsarten untersucht,
  • dazu passende Konfliktthemen entdeckt;
  • schließlich über die Einbeziehung von Gehirn-Computertomogrammen, die damals gerade entwickelt worden waren, sozusagen einen Atlas, eine Kartographie der menschlichen Seele bzw. derer Konflikte entwickelt und in wissenschaftlichen Tabellen darstellt;
  • feststellt, dass diese Zusammenhänge keine vagen statistischen Signifikanzen darstellen, sondern ein exaktes Naturgesetz wiedergeben, das an jedem nächsten Fall ohne Ausnahme reproduzierbar ist!

Dann werden Sie verstehen, dass hier zwei völlig verschiedene Welten aufeinander stoßen.

Exakt diesen Eindruck hatte ich, als ich damals Dr. Hamers Vortrag besuchte. Es war mir schlagartig klar, was Dr. Hamer entdeckt hatte, tangierte eine viel größere Dimension als unsere eigenen Erkenntnisse aus unserer Ausbildungsforschung. Das stellte einen Großteil des Medizinbetriebs und das dahinter stehende Verständnis von Krankheit und des Arzt-Patienten-Verhältnisses ernsthaft in Frage.

10.

Hinzu kam noch die damalige Beteiligung des europäischen Hochadels und ihrer Finanzdynastie, über die noch zu reden sein wird, was im Verein mit konzertierten Medienaktionen die Brisanz der damaligen Situation ins Unendliche steigerte.

11.

Einige Tage nach dem Vortrag, als ich wieder zu Hause war, kam ein Anruf von einem sog. Journalisten, der mich interviewte, was ich wohl von dem Dr. Hamer halte. Harmlos wie ich war, beantwortete ich wahrheitsgemäß:

Hamers Entdeckungen sind insbesondere aus der Perspektive eines Psychotherapeuten sensationell und verdienen es, ernsthaft gewürdigt zu werden und eine öffentliche sowie finanzielle Unterstützung zu finden.

Ich merkte, dass mein Gegenüber ganz zufrieden wirkte, als er sich bedankte.

Jahre später – wir waren inzwischen freiberuflich in eigener Praxis tätig – konnte ich den Verdacht gewinnen, dass hier wohl nicht ein Journalist, sondern die eigene Standesorganisation am Werke war. Ich bin mir relativ sicher, dass ich die Wohlverhaltensprüfung nicht bestanden hatte. Das bekam ich in Form einer knallharten Ablehnung zu spüren, als ich infolge eines schweren Unfalls meiner Frau mit der Folge dauerhafter Berufs- und Erwerbsunfähigkeit als Härtefall noch eine gesetzliche Kassenzulassung beantragte. Der Vorsitzende des Ärztegerichts der kassenärztlichen Vereinigung, ein Richter a.D., war der einzige, der für meine Zulassung votierte. Die Ärztevertreter bildeten eine eisige Ablehnungsfront. Der Vorsitzende fasste dennoch gegen den Widerstand aller den Beschluss meiner Zulassung. Aber wie das Leben so spielt: ein paar Tage später stürzte er über einen Teppich und verstarb ein paar Wochen später während eines Klinikaufenthalts. Infolge seines Ablebens wurde seitens der Gegner der Beschluss für ungültig erklärt. Dies bedeutete damals für mich und meine Familie eine erhebliche Härte. Im Nachhinein aber bin ich froh, weil ich auf diese Weise ein freier Mensch geblieben bin.

12

Nun zu dem Gutachten des Kollegen Dr. Elies:

Dr. Elies bestätigt ja im wesentlichen die wissenschaftliche Anerkennung der zwei ersten Naturgesetze von Dr. Hamer, wie schon die Arbeit von Ventegodt, s. et al. Festgestellt hatte. Ich halte es folglich für richtig, wie Dr. Hamer und sein Anwalt bereits ausgeführt haben, dass damit der Grund für das damalige „Abschwören“ jetzt in sich zusammengebrochen ist, war juristisch eine neue Situation schaffen dürfte. Denn der Stein des Anstoßes war damals die eiserne Regel des Krebs und das Gesetz der Zweiphasigkeit von Erkrankungen.

Zu dem weitergehenden Begriff des Etablierens oder des Etabliertseins des Kollegen Dr. Elies folgendes: Er hätte sich gerade in diesem Punkt – noch dazu als Medizinhistoriker – auf die geschichtlichen Hintergründe eines noch „geringen“ Etabliertseins der von Dr. Hamer entdeckten Gesetzmäßigkeiten in der medizinischen Literatur und ärztlichen Praxis einlassen müssen. Es wäre notwendig gewesen, hier Partei zu ergreifen. Vielfach ist belegt, dass Dr. Hamer von seinen Kollegen und den Standesorganisationen, den Krebsgesellschaften etc. nicht nur im Stich gelassen, sondern äußerst unfair behandelt worden ist. Deshalb ist es jetzt auch unfair, ihm vorzuhalten, sein System hätte sich kaum etabliert. Dies gilt umso mehr, als Dr. Hamer von vornherein den kollegialen Austausch und den wissenschaftlichen Dialog gesucht hat, wie noch zu verdeutlichen ist.

Außerdem: Etwas, was sich angeblich alternativlos etabliert hat, ist nicht automatisch gut – z. B. Chemotherapie, Bestrahlung etc., s. hierzu die vorstehend zitierte Pressebilanz. Es hätte sich vielleicht nie so entwickeln dürfen bzw. sollte schleunigst durch etwas anderes ersetzt werden, was sich erst dann etablieren kann. Als Martin Luther als religiöser Reformer auf den Plan trat, hatte sich eine äußerst korrupte Sündenablasspraxis – gespeist aus der Profitsucht mächtiger Päpste und Bischöfe, „etabliert“, während die Thesen von Luther zwar wahrhaftig und für die Entwicklung der Theologie essentiell waren, aber noch weit davon entfernt, etabliert zu sein.

Ob sich etwas Neues etablieren kann, ist auch eine Funktion der Widerstände, die dem Neuen entgegenstehen, auch oder gerade weil es wahr ist. Der von Kuhn beschriebene wissenschaftliche Paradigmenwechsel drückt diesen Prozess als wissenschaftswissenschaftliche Erkenntnis aus. Diese wissenschaftsemanenten Widerstände sollen noch verdeutlicht werden. Zuvor jedoch erscheint es mir wichtig, auf die gesellschaftliche und politische Brisanz der Hamer‘-schen Entdeckungen einzugehen.

Der Medizinhistoriker Dr. Elies hat versäumt, die geschichtlichen Hintergründe von Dr. Hamer und seiner Entdeckungen darzustellen. Die folgenden Ausführungen sollen verdeutlichen, dass dies ein entscheidendes Manko ist. Es ist fundamental wichtig, die Lebensgeschichte von Dr. Hamer im Blick zu haben:

Die nicht zu überbietende Tragik, wie er zunächst seinen Sohn und später seine Frau, ja seine ganzen Existenzgrundlagen verlor durch die unglückliche Verkettung seines Lebens mit der Familie des italienischen Exkönigs Umberto II und dessen Sohn, dem Prinzen Victor Emanuel von Savoyen. Mit allen Mitteln sollte damals ein Prozess verhindert werden, in welchem es um die gerichtliche Verurteilung des am Tod von Dirk Hamer schuldigen Prinzen ging. Die Geschichte des Tathergangs und des skandalösen Vorgehens der Juristen und Helfer der Familie Savoyen ist minutiös dokumentiert in Hamers Presseerklärung im Internet (unter Victor Emanuel von Savoyen) anlässlich des Pariser Prozesses 1991, der erst 13 Jahre nach dem Tatgeschehen „Von Anfang an völlig korrumpiert“ – so der damalige Pariser Oberstaatsanwalt – ablief. Dennoch endete der Prozess mit der Farce einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe wegen unerlaubten Waffenbesitzes, ein Dokument verantwortungslosen juristischen Handelns. Diese Geschichte schlug damals in ganz Europa Wellen und hat letztlich in Italien eine Atmosphäre der Empörung geschaffen, die es Umberto dem II. unmöglich machte, zusammen mit seinem Sohn wieder nach Italien zurückzukommen. Zehn Tage später starb Umberto der II. nachdem er vorher seinen Sohn enterbt hatte. Noch bis zum Jahr 2006 war Prinz Victor Emanuel das Oberhaupt seiner Familie. Er hat mit seinen Anwälten und Helfern Dr. Hamer und seiner Familie das Leben schwer gemacht, weil dieser nicht bereit war, auf ein erpresserisches „Schweigegeldangebot“ einzugehen. Erst als der Prinz 2006 wegen staatsanwaltlicher Verfolgung von Korruption, Fälschung, steuerhinterziehenden Spielkasinogeschäften und Ausbeutung von Prostituierten zum öffentlichen Skandal wurde, distanzierte sich seine Familie von ihm. Man kann diese Vorgänge alle im Internet verfolgen. Inzwischen hat sich dieser Hochadelseinfluss wohl etwas reduziert, weil der Ruf des Prinzen und das Ansehen der Familie Savoyen ohnehin nicht mehr repariert werden kann. Dr. Hamer hat nie eine Entschuldigung und nie eine Entschädigung erhalten.

Er und seine Familie ist existentiell und in seinen Forschungen und Entdeckungen sowie deren Verbreitung maßlos behindert, diskriminiert und verfolgt worden durch ein infames Zusammenwirken von Presse – Hetzpropaganda der untersten Kategorie mit einem beschämenden Mitmischen von Ärztekollegen, Standesorganisationen, Krebsgesellschaften etc.

13.

Wie brisant diese gesamte Abwehrlage war, die über viele Jahre die Verbreitung der Forschungsergebnisse von Dr. Hamer behinderte, sei zu einer angemessenen Einschätzung des heutigen Etabliertseins an Hand von einigen Situationen – zum Teil von Dr. Hamer selbst berichtet – wiedergegeben:

Dr. Hamer lud zum 06.12.1983 ein internationales ärztliches Schiedsgericht in Gysum ein, nachdem er sicher war, das seine Hypothesen sich bisher ohne Ausnahmen bestätigt hatten. Er bot dem Gremium an, seine Approbation abzugeben, wenn unter den 200 Fällen nur 3 Fälle wären, die nicht nach seiner “eisernen Regel des Krebs“ verlaufen würden – ein Beleg absoluter Sicherheit, dass sich die entdeckten Gesetzmäßigkeiten an jedem einzelnen Fall naturwissenschaftlich verifizieren ließen. Ein solches Beweisangebot ist in der Geschichte der ganzen Medizin absolut einmalig, was der Medizinhistoriker Dr. Elies hätte bestätigen können, wenn er sich mit diesen Vorgängen beschäftigt hätte. An die damalige und auch jetzt noch aktive Hetzpresse gerichtet, ist die Frage zu stellen: Verhält sich so ein Scharlatan oder ein gewissenloser Betrüger, der ja das Licht der Öffentlichkeit und Kontrolle scheuen müsste?

Was bei diesem Schiedsgericht ablief, ist allerdings mehr als beschämend: nicht für Dr. Hamer, sondern für den Ärztestand. Dem war das Bedürfnis, das eigene Gesicht zu bewahren, wichtiger als das Bezeugen und Bekennen der Wahrheit und das Wohl der Patienten, deren Schicksal davon abhängt.

Ein französischer Onkologe berichtete, von seinem Gewissen getrieben, zwei Jahre später als Augenzeuge aufgrund seiner Notizen folgendes:

„Am 6. Dezember 1983 war ich als französischer Beobachter bei dem Internationalen Ärztlichen Schiedsgericht anwesend, weil der von der Ärztekammer offiziell eingeladene Straßburger Radiologieprofessor in letzter Stunde abgesagt hatte. Ich habe die gesamte, mehr als 9 Stunden dauernde Schiedsgerichtsverhandlung von der ersten bis zu letzten Minute miterlebt, seitlich vom Vorstandstisch. Ich kann nach bestem Gewissen wahrheitsgemäß versichern, dass das internationale ärztliche Schiedsgericht, bestehend aus lauter hochqualifizierten Fachleuten (Professoren/Ärzten) sämtliche Fälle einschließlich Patientenbefragung, Untersuchung der Röntgenbilder und Computertomographie des Gehirns mit Lupe und Millimetermaß, sowie alle Labordaten, äußerst gründlich vorgenommen hat. Es wurden 15 von 30 anwesenden Patienten befragt, sowie 15 Fälle nichtanwesender Patienten, zum Teil gestorbener Patienten aufgrund der Unterlagen durchdiskutiert. Während man zunächst glaubte, die Angelegenheit schnell beenden zu können, da man sicher war, rasch 3 nicht nach der EISERNEN REGEL DES KREBS verlaufenden Fälle finden zu können, für die Dr. Hamer seine Approbation als Arzt angeboten hatte niederzulegen, begann sich (schließlich) eine große Ratlosigkeit der Schiedsgerichtsmitglieder zu bemächtigen, weil jeder der vom Schiedsgerichtsvorsitzenden willkürlich herausgegriffenen Fälle sehr präzise nach der EISERNEN REGEL DES KREBS verlaufen war.

Diese Zusammenhänge wurden auch durch die intensive anamnestische Befragung der Patienten nach Konfliktentstehung und –verlauf bestätigt. Nachdem das internationale Ärztliche Schiedsgericht in dieser Weise und (mit) stets dem gleichen Ergebnis dreißig genauestens untersucht hatte, war man sich sicher, dass man unter den 200 angebotenen Fällen wahrscheinlich überhaupt nicht einen einzigen finden würde, der nicht nach den jeweils sieben Kriterien der EISERNEN REGEL DES KREBS verlaufen wäre. Deshalb warf man quasi das Handtuch‘.

Wenn alles redlich zugegangen wäre, hätte sich das Schiedsgericht unumwunden mattgesetzt erklären müssen.

Herr Dr. Hamer, der bei den nachfolgenden Beratungen meistens draußen warten musste, dessen Ehefrau Dr. med. Sigrid Hamer, Ärztin, aber bei den Beratungen anwesend war, forderte anschließend das internationale Schiedsgericht auf, nunmehr vereinbarungsgemäß zu attestieren, dass die EISERNE REGEL DES KREBS ganz offensichtlich richtig sein müsse. Eine Sprecherin der Patienten, Frau M., argumentierte ebenfalls vor dem Schiedsgericht, sie verstehe nicht, dass das Schiedsgericht schon zwei Stunden berate, obwohl alles doch exakt nach der EISERNEN REGEL DES KREBS gestimmt habe und die EISERNE REGEL DES KREBS demnach richtig sei. Für die Patienten sei es sehr wichtig, das bestätigt zu bekommen, da daran möglicherweise ihr Überleben hängen würde. Der Vorsitzende antwortete: „Die EISERNE REGEL DES KREBS interessiert uns gar nicht.“ Später komplettierte er seine Aussage dahingehend, das Schiedsgericht sei nur gekommen, um zu sehen, ob es Hamers Approbationsurkunde mitnehmen könnte.

Es ist mir bekannt, dass Herr Professor Stender mit Herrn Dr. Hamer zwischendurch ein Gespräch unter vier Augen hatte, indem er Herrn Dr. Hamer einen Kompromißvorschlag gemacht hatte, des Inhalts, man sollte verkünden, beide Seiten hätten nun Recht. Dieser Kompromißvorschlag wurde aber von Herrn Dr. Hamer heftig zurückgewiesen mit dem Hinweis darauf, man habe für den jetzt eingetretenen Fall vorher schriftlich eindeutige Vereinbarungen getroffen. Diese beinhalteten, dass das Schiedsgericht jetzt die Richigkeit der EISERNEN REGEL DES KREBS, samt dem Dirk-Hamer-Syndrom (DHS) und (den) Hamer’schen Herden im Gehirn, ohne Vorbehalte anerkennen und per Urteil verkünden müsse. Herr Professor Stender habe sich aber für alle Kollegen des Schiedsgerichts geweigert, dies in das Schiedsgerichtsurteil aufzunehmen, da es für alle Professoren angeblich bedeutet hätte, dass sie ihr Gesicht verlieren würden, weil sie dann ja seit Jahrzehnten, insbesondere aber seit 1981, nichts als falsche Behandlung gemacht hätten.

Es wurde berichtet, Herr Dr. Hamer habe gesagt, bis dato sei es ein Irrtum gewesen, seit diesem Tage aber sei es ein forensischer Fall. Denn von nun ab würden die Toten ganz eindeutig auf das Konto der medizinischen Institutionen gehen, und der Kreise, die noch dahinter stünden.

Die Verbitterung unter den Patienten war ungeheuer groß. Die Enttäuschung über das feige Verhalten des internationalen Schiedsgerichts war so deprimierend, dass viele Patienten weinten. Denn es bedeutete für sie, dass sie weiter der bisherigen Symptombehandlung der sogenannten Schulmedizin ausgesetzt wurden.

Außer mir waren während der Sitzung des internationalen Schiedsgerichts fortlaufend anwesend: die Sprechstundenhilfe von Herrn Dr. Hamer (Fräulein Melanie) und, während der meisten Zeit Frau Erika Braun, die beim Aufhängen der Laborparameter, Röntgenbilder und Computertomogramme halfen. Ich kann mich noch gut erinnern, daß Herr Dr. Hamer den Professoren angeboten hat, eine größere Fallzahl von Patienten in deren Kliniken, vor ihren Augen, zu untersuchen, damit man rasch eine Detailkomplettierung der Landkarte des Gehirns und rasch eine systematische, adjuvante, konservative und intensivmedizinische Therapie entwickeln könne. Insbesondere hat er Herrn Prof. Stender, der eine repräsentative Fallzahl von 2000 verlangte, angeboten, die nächsten 2000 Fälle in seiner eigenen Hannoveraner Universitätsklinik unter seinen Augen zu untersuchen. Dies lehnte Professor Stender ab.

Für dieses Verhalten konnte ich schon damals kein Verständnis aufbringen und kann es heute um so weniger, nachdem ich gesehen habe, daß die von Herrn Dr. Hamer prophezeiten Folgen, nämlich der Tod von weiteren Millionen an Krebs erkrankten Menschen, zutreffend waren. Ich selbst empfinde das Verhalten des Schiedsgericht (als) so falsch, so skandalös und so unwürdig für ein derart (und) so hochqualifiziertes Gremium von Professoren, dass ich mich heute noch nicht darüber beruhigen kann, zumal seither für dieses feige Verhalten des Schiedsgerichts, das Herr Dr. Hamer mit „wissenschaftlichen Betrug“ umschrieben hat, Millionen von Menschen inzwischen sterben mußten. Ich selbst mache kein Hehl daraus, daß ich das nicht nur als wissenschaftlichen Betrug empfinde, sondern klipp und klar als ein furchtbares Verbrechen gegen die Menschheit.

Essen, den 27.1.1986

Antoine Graf d`Oncieu‘
 

Inzwischen sind nicht nur drei, sondern über dreißig Jahre vergangen. Da muss man die Zahl der Todesopfer verzehnfachen.
 

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